Tourtagebuch: Tag 7. Zagreb – Duga Resa (unfreiwillig) (87,5 km)
Eigentlich hatte ich Vorfeld der Reise geplant, zwei Tage in Zagreb zu verbringen, immerhin ist das die Hauptstadt. Doch noch während der Planungsphase hatte ich in Berlin von zweidrei Leuten gehört, dass die Hauptstadt gar nicht unbedingt so sehenswert sei und man sich lieber auf andere Ziele konzentrieren sollte, die unterwegs lägen. Tatsächlich deckt sich dieser Eindruck mit dem, was wir empfinden, als wir dort sind. Allerdings waren das nicht mal 24 Stunden, trotzdem zieht es uns weiter.
Die extreme Verkehrsbelastung, der Lärm und der Trubel der Großstadt überfordern uns etwas und uns ist relativ schnell klar, dass wir nicht noch eine Nacht bleiben möchten, zudem ist die Unterkunft wie berichtet recht teuer. Immerhin scheint die Sonne und so beschließen wir, vormittags und bis in den Nachmittag hinein die Altstadt zu besichtigen.
Wir schauen uns den Markt an, auf dem die Leute neben historischen Bronzefiguren sitzen und ungerührt Eis schlecken, während Bauarbeiter nebenan am Sonntag das Gleisbett für die Straßenbahn neu in den Beton fräsen. Touristenbusse laden Besucher vor der berühmten Kathedrale ab und alles ist ein wenig überlaufen. Mein Reiseführer empfiehlt in einem Restaurant nahe der Zahnradbahn Gulasch zu essen, was wir auch tun: gute Entscheidung – das Essen ist hervorragend.
Gegen halb vier mittags (!) radeln wir schließlich los gen Karlovac, wo das berühmte kroatische Bier herkommt. Ich fühle mich etwas wie Homer Simpson, der dem Paradies entgegen reist.
Die Strecke nach Karlovac ist überwiegend hässlich, die Straße wegen starken Gebrauchs in z.T. schlechtem Zustand und mitunter gefählich schmal. Gestärkt mit Gulasch erreichen wir Karlovac zwar bereits drei Stunden später, allerdings verfransen wir uns irgendwie, da wir vermutlich bereits am Ortseingang zu früh abbiegen. Nach fast einer Stunde des Herumirrens (u.a. an der Brauerei vorbei) und des Fragens von diversen Passanten wird es dunkel und wir folgen den Ratschlägen und fahren in die nächste Ortschaft Duga Resa, wo es ein Autocamp geben soll.
Elf Kilometer sind angezeigt und sie kommen uns wie eine Ewigkeit vor, zumal wir irgendwann die Hauptstraße verlassen müssen und in der Finsternis über kleiner Sträßchen weiterradeln. Letztlich erreichen wir das Camp am Fluß Mreznica als der Rezeptionist um halb neun gerade das Licht ausknipst: alles nochmal gut gegangen.
Es ist ziemlich kalt und sehr feucht und wir sind k.o. Es sind nur wenige Gäste auf dem Campingplatz, der auch eine hölzerne, unter freiem Himmel liegende Bar und ein Art mit einem Riesenzelt überdachtes Restaurant bietet. Wir bestellen uns je noch eine Riesenportion Pommes und einen Schnaps bevor wir uns gemütlich in die Koje hauen.
Geradelt: 87,5 km
Meta
Titel: Tourtagebuch: Tag 7. Zagreb – Duga Resa (unfreiwillig) (87,5 km)
- Veröffentlicht:
- Dienstag, 13.10.09 um 23:23 Uhr
- Kategorie:
- Allgemeines, Tour de Four
- Autor:
- tom
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