Tourtagebuch: Tag 16. Trogir – Insel Hvar (40 km)

Am nächsten Morgen müssen wir einfach alles trocknen, alles ist matschig. Zum Glück kommt die Sonne raus und wir breiten uns massiv auf dem Platz auf. Direkt gegenüber hocken zwei Schweizer Renter vor ihrem Wohnmobil und begaffen uns die ganze Zeit komplett ungeniert und tuscheln dabei. Ich lasse böse Blicke fliegen und meine Sympathie für Schweizer nimmt stark ab, sorry für diese Pauschalisierung!

Wegen des Unwetters und der Trockungsaktion wird nichts aus unserem Plan, früh aufzubrechen und die schöne alte Stadt Trogir länger zu besichtigen. Wir radeln kurz rein, schauen uns den Markt an und trinken Kaffee. Nicht weit von hier ist Split, aber mir steht so gar nicht der Sinn nach Großstadt. Deswegen beschließe ich kurzerhand, Split auszulassen und mit der Fähre auf die Insel Hvar zu fahren, die wunderschön sein soll und natürlich nicht so stark besiedelt. Um diesen Plan zu realisieren müssen wir es unbedingt zur letzten Fähre um 17.00 Uhr schaffen, die ab Split fährt.
Also rasen wir ca. um 15:00 Uhr nach dem Spontanbeschluss in Trogir los und kämpfen gegen die Zeit.
In Split herrscht natürlich viel Verkehr, vor allen Dingen aber ist ausgerechnet der Hafen total schlecht ausgeschildert. Eine Hochhaussiedlung reiht sich an die nächste. Wir verfahren uns im Wirrwarr der Straßen und haben doch das Gefühl, dass der Hafen nicht weit sein kann! Schließlich sehe ich ihn mitten im Wohngebiet hinter einer riesigen Mauer! Es irren auch andere Touris in ihren Autos umher. Durch irgendwelche kleine Gässchen rasen wir Richtung Hafen und haben Glück, dass am Schalter nicht viel los ist. Es gibt viele Anleger und wir hetzen zum Schiff. Kaum sind wir durch die riesen Luke gefahren, schließt sie sich hinter uns und wir legen ab, Richtung Insel Hvar.

Hvar liegt ziemlich weit außerhalb, die Fahrt dauert zwei Stunden. Schon die Griechen besiedelten die Insel wegen ihres sehr milden Klimas. Als wir um halb acht abends durch die Altstadt radeln hat es noch 23° C. Den Campingplatz, den wir eigentlich erreichen wollen, nehmen wir doch nicht mehr, da dass nochmal 20 km radeln bedeutet hätte, und die Inselstraßen sind natürlich nicht beleuchtet – also fahren in völliger Dunkelheit. Da diverse Campingplätze auf unserer Tour ja auch nicht vorhanden oder geschlossen waren, ziehen wir es diesmal vor, den einzigen Campingplatz gleich in der Altstadt zu nutzen, der schön gelegen ist, jedoch wenig Sauberkeit und Comfort für viel Geld bietet. Die uns somit abzockende hexenartige Campingplatzbesitzerin freut sich eins und notiert fröhlich unsere Ausweisnummern. Darf ich ihre auch haben? Wäre vielleicht für mich auch etwas sicherer! :-)

Zum abendessen gibt’s in der Stadt Stari Grad bei leichtem Regen ne miese Pizza und wir unterhalten uns mit einer Gruppe mittelalter besoffener Geschäftsmänner aus Schweden, die unser Radreisevorhaben für reichlich gestört halten, da sie selbst wie sie sagen “nur mit dem Hubschrauber reisen”.


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