Tourtagebuch: Tag 15. Sibenik – Trogir (60 km)

Am nächsten Morgen ist auf Camp Solaris mal wieder Reifen flicken angesagt – über nacht hat sich auf mysteriöse Weise ein Loch in meinem Hinterreifen entwickelt. Beim Flicken an der Uferpromenade höre ich mir die Klagen eines deutschen Bootsbesitzers (Rentner) an, der sich über die hohen Anlegenkosten beschwert. Ein Österreicher (auch Rentner) kommt vorbei uns fängt allen Ernstes einen Streit mit dem Deutschen an, da dieser seiner Meinung nach mit dem Bootsanhänger seinen VW Bus überlade, was verboten und irregulär sei. Der Deutsche jedoch beharrt darauf, dass er die Anhängerkupplung extra habe verstärken lassen und dies vom TÜV abgenommen sei. Nach einigen Beschimpfungen zieht der Ösi stinkig von dannen. Womit man so seine Zeit im Ruhestand verbringen kann?

Wir radeln weiter, es klart auf und die Strecke ist wunderschön. Rund 100 Höhenmeter über den Meer geht es kurvig die Küste entlang und es macht a rechte Freud! Rund 15 Kilometer hinter unserem Campingplatz entdecken den ca. tollsten Campingplatz der Welt, und er heißt auch noch “Camp Tomas”. Er ist mini klein und liegt direkt wenige Meter oberhalb des Meeres. Wir ärgern uns, dass wir das nicht schon vorher wussten -hier hätten wir genauso gut bleiben können. Muss man sich merken.

Irgendwann erreichen wir die Stadt Trogir und landen bei Camp Seget. Dieses ist sehr schön etwas außerhalb der Stadt terrassenartig über dem Meer angelegt und noch dazu recht günstig. Müde streifen wir gen später durch die kleinen Gassen Richtung Stadt und kehren doch in die nächstbeste und nächstgelegene Spelunke ein, da wir nicht 2 Kilometer ins Zentrum laufen wollen. Das Essen ist ganz gut und wir bekommen Schnaps spendiert, die Preise akzeptabel. Zufrieden fallen wir in unser “Bett”.
Nachts jedoch erwachen wir durch ein heftiges Gewitter. Schon wieder werden unsere Sachen nass, die draußen eigentlich zum trocknen hängen! Schnell versuchen wir noch einiges zu retten. Das Gewitter wird immer heftiger und ist direkt über uns. Das Wasser läuft in Sturzbächen unter unserem Zelt hindurch und wir versuchen unsere Sachen im Vorzelt so gut es geht zu sichern. Wir campen direkt neben einem riesigen Baum und Donner und Blitz werden uns simultan um die Ohren gefetzt. Zum ersten Mal im meinem Leben habe ich wirklich Angst, vom Blitz erschlagen zu werden. Das Unwetter ist gewaltig, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Am Kopfende des Zeltes tropft es durch die Nähte.
Nach endlosen zwei Stunden beruhigt sich das Wetter endlich und wir schlafen wieder ein.


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